Eine heisse Radtour

Großstadtdschungel Stockholm

Gleich nach Vorlesungsende traf ich mich mit J., um nach Schweden aufzubrechen. Nach einer abenteuerlichen Reise mit Bahn, Bus und Schiff, auf der wir die Fahrräder irgendwo im nirgendwo abgeben mussten, kamen wir in Stockholm an. Wir fanden gleich einen Platz in einer Jugendherberge und konnten uns in die Stadt aufmachen. Dort mussten wir erst einmal einige von einem plötzlichen Platzregen durchgeweichte und angeschimmelte Kleidung austauschen und vergessene Dinge besorgen.

Über die Stockholmer Schären

Wider Erwarten waren unsere Fahrräder schon am nächsten Tag in Stockholm angekommen, so dass wir zu einer kombinierten Fähr- und Radfahrt durch die Schären vor Stockholm aufbrechen konnten. Wir besichtigten den Ort, an dem unser gemeinsames Lieblingsbuch der Jugendzeit spielt und aßen ein Eis, bevor wir wieder in der Jugendherberge ankamen. Den Rest des Tages nutzten wir für Vorbereitungen auf die lange Tour, die die nächste Tage folgen sollte.

Nach Gotland

An jenem Morgen hieß es früh aufstehen für J. und mich, da wir die Fähre nach Gotland um 7:00 Uhr nehmen wollten. Das war aber kein Problem, weil der Zeltplatz geschlossen zu dieser Fähre strömte und damit bereits ab 5:00 Uhr einen größeren Tumult verursachte. Die Überfahrt war aber stinklangweilig und wir somit froh, als die Fähre endlich anlegte und wir die Radtour bei Sonnenschein mit angenehm warmen Wind fortsetzen konnten. Das tolle Wetter verleitete uns immer wieder zu netten Strandpausen, bei denen wir Ball spielten und Bananen aßen. Am Abend badeten wir einmal in der Ostsee an einer menschenleeren Schmugglersteilküste. Jedoch ohne Erfolg: Etwa 3km nach dem Strand standen wir immer noch nur bis zu den Knien im Wasser. Diese Blamage wird noch heute im Freundeskreis ausgekostet. Später schlugen wir dann aber an dieser Küste unser Zelt auf.

Immer noch auf Gotland

Am nächsten Tag war das Wetter nicht ganz so schön, aber immer noch annehmbar und wir pausierten noch so einige Male an interessanten Stränden, bevor wir für einen Augenblick das Meer verlassen mussten. Aber schon bald kam die Sonne wieder heraus und nach kurzer Zeit erreichten wir die mittelalterliche Stadt Visby, die wir uns kurz intensiv ansahen. Den Abend ließen wir, natürlich am Strand, mit schwedischen Bier (=Wasser) und einem Ball ausklingen, so dass wir am nächsten Morgen nur schweren Herzens zurück zum schwedischen Festland fahren konnten.

In Småland

Auf dem schwedischen Festland angekommen, fuhren wir jetzt durch Småland in Richtung Bullerbü mitten über Berge und an Seen entlang. Natürlich nutzten wir auch weiterhin jede Möglichkeit zur Pause an einem netten See. Die ersten Tage war es, wenn wir an einem See zelteten doch noch etwas windig und kalt, so dass wir mit dem Baden eine Weile aussetzten. Stattdessen kochten wir Pampe.

Schönes Wetter in Südschweden

Aber die nächsten Tage sollten die heißesten seit Jahren werden. Und wir waren auf dem Weg über alte Forstwege, die natürlich alle nicht in der Karte eingezeichnet waren, aber zum Schluss fanden wir wieder heraus und konnten auf einem Radwanderzeltplatz mit einer wilden Kuhherde und vielen Grillen zelten. Selbstverständlich kamen auch die Badestellen nicht zu kurz und hier gingen wir auch wieder in das Seewasser. Aber bald schon ging denn auch diese Reise zu Ende und wir liefen mit der gemütlichen Fähre wieder in Rostock ein.