Radtour in Dänemark

Ein Tag voller Fehlentscheidungen

Nach einer kürzeren Tour im frühen Frühling wollten J. und ich im Sommer noch einmal eine Radtour in Dänemark machen. Dieses Jahr hatten wir uns vorgenommen, an der Ostseeküste Jütlands entlang zu fahren, um dann über Samsø, Seeland und Falster wieder in Deutschland anzukommen. Doch es sollte anders werden. Bereits am ersten Tag hatten wir mit vielen Problemen zu kämpfen. Aufgrund von fürchterlich schwülen Wetters kamen wir nicht so weit, wie wir uns das erhofft hatten. Dazu kamen Probleme mit dem Weg und seiner Existenz als solchem... Am späten Abend hatten wir es aber geschafft und konnten unser Zelt auf dem Naturlagerplatz neben einer Kuhherde aufbauen. Auf dem Platz am Rande eines kleineren Waldes hat man eine nette Aussicht auf die Ostsee. Wir spazierten noch etwas über die Kuhweide, kochten und dann fing es auch schon zu regnen an. Wir legten uns schlafen, wurden aber kurze Zeit später von einem gewaltigen Wetterleuchten heimgesucht, daß uns vom Schlafen in etwa so abhielt, wie das darauf folgende Gewitter mit starken Regen. Als Sahnehäubchen war die Kuhherde etwas in Aufruhr geraten und veranstaltete gefühlt im Zelt einen Wettbewerb im Trampeln. Einige Zeit später, wir waren sichtlich genervt und übermüdet, begann dann auch endlich wieder ein neuer Tag.

Noch mehr Regen

Der Tag begann feucht und mit Gewitterneigung, die wir aber erst einmal ignorierten. Später wurde der Regen aber immer stärker und das Grollen schien recht nah. Dann sahen wir den Blitz im Feld neben uns einschlagen und nahmen die Beine in die Hand. An einem Bauernhof fanden wir Schutz vor Gewitter und ausgesprochen starken Regen. Aber alles hat ein Ende und an einem Supermarkt konnten wir uns aufwärmen, die klatschnasse Kleidung so weit es ging austauschen und etwas zu essen erwerben.

Zwischenzeitlich Sonne

Nach dem Gewitter wurde es merkwürdig sonnig und auch windig. An unserem nächsten Zeltplatz in der ?Paradiesbucht? konnten wir eigentlich alles trocknen. Wir hatten viel Zeit, spielten Ball, aber zum Schwimmen konnten wir uns nicht durchringen. Nach einer netten Nacht fing es dann aber wieder an zu regnen. Diesmal im steten Wechsel mit Sonne und Wind. Das hätte uns auf der Hochbrücke über den kleinen Belt beinahe zum Verhängnis werden können! Wurde es aber nicht, nach einer wilden Überfahrt mussten wir allerdings in einem Kaffee einen Kaffee trinken. In der Nacht, in der wir bei einem Bauernhof auf Fünen zelteten, überlegten wir uns, daß uns eigentlich nur noch Dauerregen fehle. Gesagt, getan: Der nächste Tag \"überraschte\" uns dann mit Dauerregen.

Nach Hause

Unser Entschluß stand daher fest: wir wollten nun nach Flensburg zurück fahren. In einer wilden Jagd duch den Regen erreichten wir schliesslich auch klatschnass, dreckig, etwas unterkühlt und hungrig die Fähre von Fünen nach Als. Nach Ankunft -bei Sonne- auf Als zelteten wir auf dem uns bekannten Zeltplatz im Wald am Strand. Dieser stand vollkommen unter Wasser, aber wir fanden einen Platz. Wir spazierten eine Weile am Strand längs und begutachteten das vom vielen Regen und Wind aufgewühlte Meer, schliesslich auch von einem nahe gelegenen Steg. Nachdem es dunkel geworden war, hörten wir schon wieder so ein Grollen. Aber diesmal war es nur ein Feuerwerk auf Fünen. Das sah sehr merkwürdig aus, da auf die weite Entfernung die Raketen sehr klein waren. Am Morgen schien die Sonne zu allgemeinen Erheiterung immer noch und so wurde die, wie immer sehr schöne Strecke am Flensborg Fjord, noch zu einem netten Erlebnis. Ausserdem konnten wir so endlich schwimmen gehen. Nach einer Weile kamen wir wieder in Flensburg an und die Bahn transportierte uns und die Räder nach Hamburg zurück, wo wir dann klatschdreckig ankamen.