Kebnekaise (2111m)

Der Kebnekaise Sydtopp ist mit 2111m über dem Meeresspiegel der höchste Berg Schwedens. Während der Nordgipfel mit 2097m der höchste feste Punkt des Landes ist, besteht die höhere Spitze des Südgipfels aus einem Gletscher. Durch seine natürliche Anziehungskraft wird er sehr gerne und häufig bestiegen. Die meisten Gipfeltouraspiranten beginnen die Tour an der Kebnekaise Fjällstation (nachdem sie für ein Wochenende aus Nikkaluokta hochgewandert sind). Die Station bietet bei geeignetem Wetter täglich geführte Touren an. Der Erfolg bei Touren auf den Kebnekaise hängt vom Wetter ab. Leider wechselt dieses sehr schnell, so dass man sich nie sicher sein kann, ob man die Tour mit Erfolg beenden wird. Bei bereits bestehendem schlechten Wetter (oder gar Schneefall in höheren Lagen) sollte auf eine Tour verzichtet werden. Man darf nicht vergessen, daß man sich nicht nur in 2000 Meter Höhe befindet, sondern auch noch 200km nördlich des Polarkreises! Nichts desto trotz ist eine Gipfeltour (über den Västra Leden oder Dürlings led) bei geeigneter Kondition auch mit nur wenig Vorerfahrung möglich. Abschliessend soll der Gipfelgletscher noch einmal erwähnt werden. Zwar wird er von Bediensteten der Station untersucht und es laufen viele Menschen auf ihm herum, zuallerletzt ist er eben \"nur\" ein Gipfelgletscher, das macht ihn aber nicht frei von allen Gefahren. Zu den allgemeinen Gefahren von Gletschern zählt neben Spalten und Gletscherbrunnen insbesondere Rutschigkeit. Ist das Eis frei von jedem Schnee, ist es nicht so ohne weiteres sinnvoll, sich darauf zu begeben.

Västra leden (von der Kebnekaise Fjällstation)

Von der Station aus begibt man sich für ein kurzes Stück auf den Wanderweg nach Singi. Nach etwa einem Kilomter biegt man rechts ab. Noch einen Kilometer später nimmt man den westlichen (darum Västra) Weg. Nun geht es steil bergauf durch das Tal des Kittelbäcken. Am Ende wird dieser Fluß durchwatet und es geht weiter steil bergauf, nun beginnt der Aufstieg auf den Berg namens Vierranvarri (früher auch Rullevara). Oben angekommen kann man eine der grössten Steinmännchensammlungen begutachten, zudem die Aussicht über das Singivagge. Leider (das ist der größte Kritikpunkt dieser Etappe) steigt man jetzt 200 Höhenmeter ab und gleich danach wieder auf und noch eine Menge mehr. Irgendwann erreicht man die Toppstugan (2), Schwedens höchstgelegene Gebäude. Von diesen Hüttchen ist nachdem Horden von Wanderern über sie herfielen nicht mehr viel übrig. Bette und Bänke wurden zum Feuermachen missbraucht, Hohlräume mit Müll vollgestopft. Weiter geht es bergauf und nun beginnt das Eis. Vorsichtig kann man, wenn Schnee liegt, nach ganz oben gehen und die Aussicht geniessen. Im Süden sieht man das ganze Gebirge des Sarek, im Osten die lappländische Tiefebene. Nur im Norden wird die weite Aussicht verdeckt durch den Nordtoppen. Zurück auf demselben Weg. 10-12 Stunden, bei guter Kondition auch weniger Bis auf Steilheit und Hochfjäll keine.

Östra leden (von der Kebnekaise Fjällstation)

Wie oben, bis man sich für den östlichen Weg bei der Gabelung entscheidet. Dieser folgt dem Jökelbäcken. Nach einem ausgesprochen steilen Wegstück steht man oberhalb des Gletscherrestes und begibt sich zum Björlings Glaciär. Diesen überquert man nun, vorsichtig wegen der Gletscherspalten. Gleich im Anschluss beginnt der luftige Abschnitt mit vielen losen Steinen. Schon ist man an der Toppstugan. Ich werde oft gefragt, ob dieser Weg \"machbar\" ist. Letzten Endes muss das jeder für sich entscheiden. Dieser Weg gehört ganz sicher zu den einfachsten Wegen, die Klettern und Gletscher beinhalten, aber er gehört dazu und dies sollte die Entscheidung maßgeblich beeinflussen. Die geführten Touren nehmen allerdings auch diesen Weg (mit Führer und Ausrüstung aber). etwa 8-10 Stunden Gletscher und Kletterpartie

Dürlings led / Kaffedalen (vom Kungsleden / Singi)

Unter allen Wegen auf den Kebnekaise ist dies der einfachste, aber auch der längste, speziell wenn man den Anweg zu den Singihütten aus einrechnet. Dieser Weg kann auch als Überquerung genutzt werden, das Gepäck sollte dann irgendwo gelagert werden (z.B. im Tal zwischen Vierranvarri und Kebnekaise). Man geht von den Hütten in Singi etwas nördlich durch das Singivagge entlang des Westkammes des Kebnekaise durch das Kaffedalen bis man auf den Västra leden stösst. Prinzipiell ist es möglich, sich auch auf dem Kamm selbst (der im Guobircohka endet) zu begehen. Das kann allerdings gefährlich sein, da es steil in Richtung Rabotsglaciär ist. Diese Seite sollte man in jedem Fall meiden. 12-14 Stunden Bis auf Hochfjäll keine.

Halspasset / Gletscher (von Tarfala)

Möglichkeiten gibt es viele, eine Idee ist es von der Hütte Tarfala auf den Pass zum Guobirvaggi zu gehen und der Kammlinie über Giebmebakti, Halspasset und Nordtoppen zum Sydtoppen zu gelangen. Diese Tour erfordert Kletterausrüstung. Eine Tour über die Gletscher ist nicht sehr einfach, da diese ausgesprochen eklig sind. je nach Wegwahl. Kletter- und/oder Gletschertour